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„Fränkische Bluesmusiker im Kontext mit türkischen Musik-Performern: ein Kontrast voller Reize!“
Jochen Schmoldt, Plärrer, Juli 97

„Im Heilig-Geist-Spital fand ein mutiges Projekt statt: ‚Nürnberg Blues meets Jazz Performence from Istanbul’ – ein spannender multikultureller Spagat.“
Nürnberger Nachrichten, 30. Juni 1997

„Ein Plädoyer für Toleranz"
Deutsch-türkische Nacht in Nürnberg

Die Türkei ist uns näher gerückt durch Auswanderer und Touristen. Nahe gekommen sind sich Deutsche und Türken hierzulande jedoch nur selten. Vorbehalte bleiben auf beiden Seiten. Das Interforum Nürnberg bemüht sich um einen „geistigen und künstlerischen Dialog auf internationaler Ebene“. Im Heilig-Geist-Spital fand ein mutiges Projekt statt: Nürnberg Blues meets Jazz Performance from Istanbul“- ein spannender multikultureller Spagat.
Ein Gesicht wie ein Fels, die Stimme grollend rau, mit jenem Schuss Wärme, der den Zuhörer bannt. Der große türkische Darsteller Tunçel Kurtiz (er wurde u.a. mit dem goldenen Bären in Berlin ausgezeichnet) stellte seine Bearbeitung des „Epos vom Scheich Bedreddin“ vor. Dieses „Ritual für unsere Zeit, verfasst 1936 von Nazim Hikmet, erzählt die Geschichte eines Bauern- und Handwerkeraufstandes im Osmanischen Reich zu Beginn des 15. JH.

Den Rebellen um Bedreddin schwebte ein liberales Zusammenleben aller Religionen und Kulturen vor. Von den Truppen des Sultans niedergemetzelt, fand alles ein schnelles Ende. Weil dieses Epos sich um Freiheitsliebe, um Unterdrückung und Intoleranz dreht, hat es einen aktuellen Bezug: Die Veranstaltung war dem Gedenken an einen Anschlag radikaler islamischer Fundamentalisten auf ein Kulturhaus in Sivas, Türkei gewidmet, bei dem 1993 fast 40 Menschen verbrannten.
Mit einem Glas Rotwein stand Kurtiz auf de Bühne, mal flüstern rezitierend, allmählich die Stimme anschwellen lassend oder in plötzliches Schreien ausbrechend. Immer begleitet von 2 Celli in seinem Rücken, die mehr als bloße Stimmuntermalung waren, eher eine ganz eigene, persönliche Elegie ins Stück webten.
Aus der Dunkelheit des Saals tritt die Sängerin Sema, mit einem hell auffliegenden Wehgesang. Plötzlich wird die Übersetzung der Verse unnötig. Alles ist spürbar. Kurtiz, die Arme im Halbkreis von sich gestreckt, beginnt in kurzen, harten Stößen zu atmen. Für ihn ist das Stück ein Beweis für die unendliche Energie des Menschen oder wie der Dichter sagt: Das ganze Universum ist wie der Mensch. Jeder Mensch ist das Universum.“
Ein sichtlich bewegter Klaus Brand betrat anschließend die Bühne. Bindeglied sollte der Herzschlag sein, das Gefühl. Brand auf der Steel-Guitarre, Yogo Pausch sanft mit leisen Besen auf den Trommeln, Helmer Körber als Mann für den Bep-Groove und Reyent Bölükbasi, der Cellist des türkischen Ensembles erzeugten eine wunderbare Jazz-Blues Mischung für eine lange Nacht.“
Nürnberger Nachrichten, 30.06.97

„Ein Ereignis an Poesie, Vitalität und Multikultur: Tunçel Kurtiz, diese türkische Mischung aus Anthony Quinn und Charles Bukowski, begeisterte das Publikum (…) Daran anschließend musizierten Klaus Brandl, Yogo Pausch und Helmut Körber hoch inspiriert.“
Jochen Schmoldt, Plärrer, August 97


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